OÖVP-Hattmannsdorfer: „Hü-Hott-Praktiken können wir uns in der Pflege nicht leisten“

„Erwarte mir von Soziallandesrätin Gerstorfer mehr Konsequenz bei der Absicherung der Pflegeversorgung“

Irritiert zeigt sich OÖVP-Sozialsprecher LABg. Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer über die heutigen Aussagen von Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer. Gerstorfer sprach sich während eines Pressegesprächs vehement gegen eine Pflegeversicherung aus. In einem Zeitungsinterview 2017 hat die SPÖ-Chefin noch eine Pflegeversicherung gefordert: „Wir haben noch Zeit, uns entsprechend zu positionieren, aber wir brauchen eine Pflegeversicherung“, so Gerstorfer damals. „Entsprechend seltsam mutet an, dass Gerstorfer den Vorschlag nun wieder ablehnt“, kritisiert Hattmannsdorfer.

 

Auch zahlreiche SP-Politiker verlangten in der Vergangenheit bereits die Einführung einer Pflegeversicherung. Darunter unter anderem der burgenländische Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil, der in einem Fernsehinterview im Mai 2018 betonte: „Dazu gehört beispielsweise auch die nachhaltige Finanzierung über eine Pflegeversicherung. Auch das ist ein wesentlicher Punkt, der aber nur gemeinsam mit Bund und Ländern beantwortet werden kann.“

 

„Ich erwarte mir von der Soziallandesrätin mehr Konsequenz bei der Absicherung der Pflegeversorgung. Genau durch solche Hü-Hott-Praktiken geht laufend Zeit verloren. So etwas dürfen wir uns gerade im Pflegebereich nicht leisten“, betont Hattmannsdorfer. Es gibt in Oberösterreich das Sozialprojekt 2021+, das gemeinsam mit der Sozialabteilung und Experten erarbeitet wurde und auf das sich alle Parteien geeinigt haben. Dieses Projekt gelte es konsequent umzusetzen, anstatt ständig davon abzulenken.